Deutsche Radcross Meisterschaft 5. - 6 Januar 2008 in Herford Manavgat - Urlaub unter Freunden

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Geschichte:
Die Geschichte des Querfeldeinsports (auch Radcross oder Cyclocross) ist noch recht jung und beginnt in den 40er Jahren in Frankreich. Es dient zunächst den Straßenfahrern als Wintertraining, gewinnt aber auch als eigenständige Sparte im Radsport an Bedeutung. 1950 werden die ersten Weltmeisterschaften in Paris durchgeführt. Hier gewinnt der Franzose Jean Robic. Fünf Jahre später folgte die erste Deutsche Meisterschaft der Männer, die H. Ebers gewann. Später erfolgte eine Unterteilungen in Profis und Amateure, von der man sich 1995 wieder trennte und dafür die Klasse der U23 (Espoirs) einführte. Meisterschaften für die Frauen gibt es auf internationaler Ebene seit 2000 und in Deutschland seit 2001. Beide Premieren konnte Hanka Kupfernagel (Focus-Worldsportsstar) für sich entscheiden. Sie gehört auch heute noch zur internationalen Spitze im Crossport. Bei den Männern können die Deutschen Fahrer wie der Herforder Malte Urban (Team Heinz van Heiden), Rene Birkenfeld (Harvestehuder RV) und Johannes Sickmüller (Harvestehuder RV) noch nicht wieder an die großen Erfolge von Rolf Wolfshohl, Klaus-Peter Thaler und Mike Kluge anknüpfen. Hier dominieren die Belgier die Rennszene. Der deutsche Nachwuchs steht aber schon an der Startlinie, so finden sich allein in Herford die drei hoffnungsvollen Talente Finn Heitmann (Team Heinz von Heiden), Stephan Sprinke (RC Endspurt Herford) und Phillip Müller (RC Endspurt Herford).

Wettkämpfe:
Wettkämpfe gibt es auf nationaler, wie internationaler Ebene. Häufig werden sie zu Rennserien (Weser-Ems-Cup, Deutschland Cup, Welt Cup) zusammengefasst. Meisterschaften werden angefangen bei Landesverbands- und Deutschen Meisterschaften bis hin zu Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen. Neben den Wettbewerben für lizenzierte Fahrer/innen, erfreuen sich die Hobby- und Jedermannrennen zunehmend größerer Beliebtheit. So ist es keine Seltenheit mehr, dass bei diesen Wettkämpfen die Starterfelder größer sind, als bei den Lizenzrennen. Die Wertung erfolgt jeweils getrennt nach Geschlecht und Altersklasse.

Ablauf:
Für die jeweiligen Rennen wird im Vorfeld die zeitliche Dauer (z.B. 1 Stunde für die männliche Elite) festgelegt. Anhand der Rundenzeit des ersten Fahrers nach der zweiten (gelegentlich auch ersten) Runde wird dann die Anzahl der zu fahrenden Runden bestimmt. Sobald ein Fahrer alle Runden absolviert hat, ist auch für alle anderen Fahrer nach überqueren der Ziellinie das Rennen beendet. Die Reihenfolge ergibt sich dann aus der Zahl der gefahrenen Runden und der benötigten Zeit.


WM der Masters 2007: Sandstrand in Mol / Belgien


Strecke:
Die Rennstrecke ist ein Rundkurs von ca. 2.5-3.5 km Länge und weist unterschiedliche natürliche und künstliche Hindernisse auf. Ferner zeichnet sie sich durch schwierige Geländepassagen (kurze steile Anstiege, morastige Wiesen, Sand, Wurzeltrails und enge Slalomabschnitte) aus, so dass nicht nur die Kraft und Ausdauer der Fahrer, sondern auch das Geschick und das fahrerische Können rennentscheidend sind. Im Verlauf der Rennstrecke werden ein bis zwei Depots eingerichtet, hier können die Fahrer ihr Ersatzmaterial (Ersatzräder etc.) lagern und ihre Räder von einem Betreuer während des Rennens reparieren und reinigen lassen. Denn durch die intensive Beanspruchung des Materials kommt es häufig zu Defekten sowie verdreckten Schaltungen und Bremsen.

Ausrüstung:
Bei den nationalen Rennen der Lizenzklasse, ab der U23 aufwärts, sind nur Renn- bzw. Crossräder zugelassen. In den anderen, insbesondere den Hobbyrennen ist die Benutzung von Mountainbikes und anderen Rädern erlaubt. Die Crossräder weisen gegenüber den Rennrädern kleine Unterschiede auf:
Am Oberlenker befinden sich kleine Zusatzbremshebel. Da häufig in Oberlenkerhaltung gefahren wird, bieten sie eine zusätzliche Sicherheit.
Die Bremsen sind häufig Cantilever oder V-Brakes, da sie einen größeren Durchlassbereich für die breiteren Reifen haben und der Schmutz sich nicht so leicht festsetzt.
Die Reifen sind bis zu 35 mm breit, sind stärker profiliert als normale Straßenreifen und werden je nach Untergrund mit einem Druck von 2 bis 3 bar gefahren.
Der Rahmen und die Gabel sind in der Regel etwas breiter gebaut, damit die dickeren Reifen gut hindurch gehen. Die Sitzposition ist etwas Aufrechter als auf dem Straßenrad und die Lenkgeometrie ist so ausgelegt, dass das Rad sich wendiger fahren lässt.
Als Pedalsystem kommen solche in Frage, die auch am Mountainbike gefahren werden. Matsch und Schnee lösen sich leichter und sie gestatten so auch unter widrigen Bedingungen ein sicheres Einklicken.
Am Antrieb werden die gleichen Komponenten eingesetzt wie beim Straßenrad. Es werden allerdings Übersetzungen gewählt, die der jeweiligen Strecke angepasst sind. So kommt man vorne mit einem Kettenblatt aus, dass von zwei weiteren Scheiben flankiert wird. Diese verhindern im unebenen Gelände ein Abspringen der Kette.
Das Tragen eines Helmes ist wie bei Straßenrennen ebenfalls selbstverständlich.

Fahrtechnik:
Wie zuvor bereits erwähnt, entscheidet häufig das fahrtechnische Können des Fahrers über Sieg oder Niederlage. Daher werden die folgenden Dinge regelmäßig im Training geübt:
  • Flüssiges, schnelles Durchfahren von engen Kurven


  • Ab- und Aufsteigen aus schneller Fahrt
  • Überwinden von Hindernissen samt Ab- und Aufsteigen

    Weser-Ems-Cup 2006 in Herford

  • Überwinden von Wurzeln und anderen flachen Hindernissen (vorzugsweise bergauf)
  • Schultern des Rades mit Aufnehmen und Absetzen
  • Laufen mit geschultertem Rad

    Weser-Ems-Cup 2006 in Engter

  • Rechtzeitiges Schalten und Wahl der passenden Übersetzung
  • Einschätzen von Geländepassagen:
    • optimale Übersetzung
    • optimale Anfahrt
    • optimaler Weg
    • fahren oder laufen
    • Überholmöglichkeiten erkennen
  • Richtige Gewichtsverlagerung beim Bergauf- und –abfahren
  • Durchfahren von Sand- und Schlammpassagen

    Weser-Ems-Cup 2006 in Engter